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31-01-2011 - Was man in Indien alles lernt
Wir haben es im Endeffekt natürlich doch irgendwie nach Agra geschafft. Mit viel Geduld, Hartnäckigkeit und der guten Idee meiner Freundin, sich einfach an den Straßenrand zu stellen und jedem vorbeifahrenden Bus "Agra, Agra" zuzurufen, hatten wir Glück und landeten irgendwie im richtigen Bus :-) In solchen Momenten wächst man auf einer Reise wieder über sich hinaus und entdeckt Seiten an sich, die man sich im normalen Leben niemals zugetraut hätte.
Man ist manchmal wirklich überrascht von sich selbst, wenn man auf Reisen geht. Aber das Gute ist, dass man sich in bestimmten Situationen so von der Welt verlassen fühlt, dass man wieder beginnt, an sich selbst zu glauben, sich selbst Mut zu machen und ungeahnte Kräfte entwickelt. Einfach aus dem Grund, weil man keine andere Wahl hat.
Zu der Zeit der Reise war ich noch nicht lange von meinem Freund getrennt. In einer Beziehung ist man immer so schnell bei der Hand, alles abzugeben, dem Freund unangenehme Aufgaben zuzuschieben, die man sich selbst nicht zutraut oder auf die man vielleicht auch ganz einfach keine Lust hat.
In Indien lernt man schnell wieder an sich selbst zu glauben!
Zum Glück hatte ich vor der Reise ein bisschen Gold bei Briefgold verkauft, so dass wir uns nicht immer nur das allerbilligste Zimmer nehmen mussten, sondern auch mal ein sogenanntes Mittelklassehotel beziehen konnten. So konnten wir uns von allzu stressigen Wegen ein wenig erholen bevor es am nächsten Tag weiterging.
Indien war, trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten, die es zu überbrücken gilt, eine wahnsinnig tolle Erfahrung, während der wir sicher viel über Land und Leute, deren Leben, usw. erfahren haben, aber auch viel über uns selbst gelernt haben.

Gepost door: baghira op 31-01-2011 om 16:28
27-01-2011 - Fortbewegung in Indien
Ich hatte auf meiner Reise nach Indien so viele verschiedene Eindrücke, dass sie alle wiederzugeben sicher Jahre brauchen würde. Daher habe ich mich bisher nie daran gemacht, sie niederzuschreiben. Einfach weil ich nicht wusste, wo ich beginnen sollte, womit ich anfangen sollte, was ich erzählen sollte. Nun habe ich mich jedoch dafür entscheiden, einfach Momente, die mir wichtig waren aufzuschreiben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.
Unsere erste Tour innerhalb Indiens war an sich schon ein verrücktes Erlebnis.Nach 4 Tagen Neu-Delhi wollten wir weiterfahren. Wir entschieden uns dafür mit dem Bus nach Agra zu fahren, wo der Taj Mahal steht, den ich unbedingt sehen wollte.
Noch wenig vertraut mit Indien, dachte wir, wir fahren, so wie es Lonly-Planet uns empfohlen hatte, an den Bahnhof und steigen dort einfach in den richtigen Bus, der uns dann nach Agra bringen würde. Nun gibt es in Indien aber keine Bussteige, geschweige denn irgendwelche geordneten Verhältnisse. Eine Unmenge an Bussen umgab uns, die Menschen riefen, redeten, schreien alle durcheinander, man fühlte sich wie bei einem Goldankauf, wo jeder als erstes seinen Schmuck an den Mann bringen will...Schilder? - das war mal wieder ein Traum, den nur die Deutschen haben konnten, wie wir schmerzlich feststellten. Wir standen also vor einer Wand von ca. 40 Bussen - es war ein einziges Chaos.
Öfter auf dieser abenteuerlichen Reise durch Indien verließ uns der Mut, aber in dieser Situation kam man sich mal wieder wirklich verlassen vor. Wie sollten wir jemals zu einem Bus gelangen, der uns an unser Ziel bringen würde?
Fragen?? Das ist in Indien ein wirklich hoffnungsloser Fall. Jeder erzählt einem etwas anderes, im Nu ist man von mind. 10 Personen umringt, die unkontrolliert und ohne jede Rücksicht auf uns einredeten - und meistens geht es nicht um eine Hilfeleistung, sondern nur darum, wie sie uns als reiche Europäer wieder am besten abzocken können... In solchen Situationen verlässt einen manchmal wirklich der Mut und man möchte nur noch nach Hause. Jeder Weg wird zu einer körperlichen und psychischen Höllenfahrt, von der man ausgelaugt und völlig am Ende irgendwann in einem Hotelzimmer landet und einfach nur noch seine Ruhe haben will.

Gepost door: baghira op 27-01-2011 om 11:31

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